Gut gepackt heißt gut gesichert. Wer schweres Gepäck nach unten legt und die Ladung mit einem Gurt fixiert, sorgt dafür, dass bei einer Notbremsung nichts nach vorne in den Innenraum geschleudert wird.
Schnell ein paar Taschen in den Kofferraum geworfen und los, so packen die meisten ihr Auto. Dabei ist es wichtig, die Ladung im Auto zu sichern, denn bei einer Vollbremsung verwandelt sich loses Gepäck in ein gefährliches Geschoss. Mit ein paar einfachen Handgriffen sorgen Sie dafür, dass nichts nach vorne rutscht und alle an Bord sicher bleiben. Sie brauchen dafür kein teures Zubehör, sondern vor allem die richtige Reihenfolge beim Einräumen und ein paar Hilfsmittel, die viele Autos schon an Bord haben.
Was bei einer Vollbremsung mit loser Ladung passiert
Viele unterschätzen, welche Kräfte beim Bremsen und erst recht bei einem Aufprall wirken. Bei einem Aufprall mit Tempo 50 wirkt ein loser Gegenstand mit einem Vielfachen seines Gewichts, aus einer Tasche von 20 Kilogramm wird so eine Wucht von mehreren Hundert Kilogramm. Fliegt diese Last ungebremst nach vorne, trifft sie die Rückenlehnen und im schlimmsten Fall die Köpfe der Mitfahrer. Selbst kleine Dinge wie eine Wasserflasche oder ein Laptop werden bei einer starken Bremsung zu schmerzhaften Geschossen.
Das gilt nicht nur für die große Urlaubsfahrt, sondern auch für den Wocheneinkauf oder den Transport sperriger Dinge. Genau deshalb lohnt es sich, die Ladung im Auto zu sichern, bevor Sie losfahren, und sei es nur für die kurze Strecke. Die gute Nachricht ist, dass Sie mit der richtigen Technik in wenigen Minuten sicher unterwegs sind. Die folgenden Schritte zeigen Ihnen, wie Sie schwer und leicht, groß und klein sinnvoll verstauen.
Schwere Sachen nach unten und nach vorne
Die wichtigste Regel beim Beladen ist einfach: Das Schwere gehört nach unten und möglichst weit nach vorne, direkt an die Rücksitzlehne. So bleibt der Schwerpunkt des Autos niedrig, das Fahrverhalten ruhig, und bei einer Bremsung drückt die Last gegen die stabile Lehne statt frei nach vorne zu fliegen. Leichtere und weiche Gegenstände wie Decken oder Kleidung kommen darüber und in die Lücken.
Schweres nach unten, Leichtes nach oben, alles dicht an die Lehne. So liegt das Auto ruhig auf der Straße und die Last drückt im Ernstfall gegen die Rückbank statt gegen Ihre Mitfahrer.
Füllen Sie den Kofferraum dabei nur so hoch, dass die Ladung nicht über die Oberkante der Rücksitzlehne hinausragt. Was höher gestapelt ist, kann bei einer Bremsung über die Lehne nach vorne kippen. Verteilen Sie das Gewicht außerdem gleichmäßig auf beide Seiten, damit das Auto nicht in eine Richtung zieht. Kleine Zwischenräume füllen Sie mit weichem Gepäck, dann kann nichts hin und her rutschen.
Netze, Gurte und Trenngitter richtig einsetzen
Die meisten Autos haben im Kofferraum kleine Ösen am Boden, die sogenannten Zurrösen. An ihnen befestigen Sie Spanngurte und halten so auch schwerere oder einzelne Gegenstände sicher an Ort und Stelle. Für lose Kleinteile eignet sich ein Gepäcknetz, das Sie über die Ladung spannen. Beides bekommen Sie günstig im Zubehörhandel, und es ist schnell eingebaut.
Ein Gepäcknetz hält leichte Teile zuverlässig an Ort und Stelle. Für schwereres Gepäck nutzen Sie zusätzlich die Zurrösen am Boden und spannen einen Gurt über die Ladung.
Transportieren Sie etwas Sperriges, das über die Lehne hinausragt, ist ein Trenngitter oder Trennnetz die beste Lösung. Es spannt sich hinter den Vordersitzen oder hinter der Rückbank und hält die Ladung zuverlässig vom Innenraum fern. Wer einen Hund mitnimmt, kennt solche Gitter bereits, sie schützen im Ernstfall genauso wie bei Gepäck. So bleibt die Ladung dort, wo sie hingehört, auch wenn Sie einmal kräftig bremsen müssen.
Im Kombi und SUV ohne abgetrennten Kofferraum
In einer klassischen Limousine trennt eine feste Wand den Kofferraum vom Innenraum, im Kombi und SUV fehlt diese Grenze. Hier ist sorgfältiges Sichern besonders wichtig, weil die Ladung sonst einen freien Weg nach vorne hat. Achten Sie streng darauf, dass nichts über die Höhe der Rücksitzlehne hinausragt, und nutzen Sie ein Trennnetz, sobald Sie höher oder schwerer beladen.
Praktisch ist bei vielen Kombis die Abdeckung über dem Kofferraum, das Laderaumrollo. Es verdeckt das Gepäck vor neugierigen Blicken, ersetzt aber keine Sicherung, denn es hält keine schweren Lasten zurück. Legen Sie deshalb niemals schwere Gegenstände auf die Hutablage oder oben auf das Rollo. Dort sind sie bei jeder Bremsung eine Gefahr und schränken zusätzlich die Sicht nach hinten ein.
Kleinkram und die häufigsten Alltagsfehler
Nicht nur der Kofferraum will durchdacht sein, auch im Innenraum sammelt sich loses Zeug. Eine volle Wasserflasche im Fußraum, ein Laptop auf dem Beifahrersitz oder die Einkaufstasche auf der Rückbank, all das fliegt bei einer Bremsung unkontrolliert umher. Verstauen Sie solche Dinge besser im Fußraum hinter den Vordersitzen oder gesichert im Kofferraum. So bleibt der Innenraum aufgeräumt und sicher.
Ein häufiger Fehler ist außerdem, schwere Einkäufe einfach lose hinter die Rückbank zu stellen und sofort loszufahren. Nehmen Sie sich die halbe Minute, das Schwere nach unten und nach vorne zu schieben, dann ist schon viel gewonnen. Auch beim Transport von Möbeln oder Getränkekisten gilt: lieber einmal mehr mit einem Gurt sichern als darauf hoffen, dass es schon gutgeht. Die Ladung im Auto zu sichern wird mit etwas Übung zur selbstverständlichen Gewohnheit.
Sicher gepackt ist schon halb angekommen
Ein gut gesichertes Auto schützt nicht nur Ihr Gepäck, sondern vor allem die Menschen darin. Schweres nach unten, nichts über die Lehne, lose Teile gesichert, mehr müssen Sie sich im Alltag nicht merken. Mit Gurten, einem Netz und im Zweifel einem Trenngitter haben Sie alles griffbereit, was Sie brauchen. Wenn das Packen einmal in Fleisch und Blut übergegangen ist, fahren Sie ganz selbstverständlich entspannter und sicherer los.
Fotos: Textnetz, Generiert mit KI







