Beleuchtungsmängel führen die Statistik der Durchfallgründe an. Die Kennzeichenbeleuchtung wird am häufigsten übersehen, weil sie im Alltag niemand sieht. Eine gründliche Prüfung hilft, die Hauptuntersuchung zu bestehen.
Etwa jedes fünfte Fahrzeug fällt bei der Hauptuntersuchung durch, und ein großer Teil davon scheitert an Kleinigkeiten, die man in zwanzig Minuten auf dem eigenen Hof gefunden hätte. Eine defekte Kennzeichenleuchte, ein abgefahrener Reifen, ein Wischerblatt, das nichts mehr abzieht. Wer die Hauptuntersuchung ohne Mängel bestehen will, sollte deshalb nicht am Prüftag anfangen, sondern zwei Wochen vorher. Der Termin selbst dauert dann eine halbe Stunde, und die Nachprüfung entfällt.
Vier Kategorien, zwei Ergebnisse
Der Prüfingenieur ordnet jeden Befund einer von vier Kategorien zu. Ohne festgestellte Mängel bekommen Sie die Plakette sofort. Bei geringen Mängeln ebenfalls, verbunden mit der Aufforderung, den Punkt zeitnah zu beheben, ohne Nachweispflicht.
Erhebliche Mängel führen dazu, dass die Plakette nicht erteilt wird. Sie dürfen weiterfahren, müssen den Mangel beseitigen und innerhalb eines Monats zur Nachuntersuchung. Wird diese Frist überschritten, ist eine vollständige neue Hauptuntersuchung fällig, und die kostet den vollen Preis.
Die vierte Kategorie heißt Verkehrsunsicherheit. Hier ist das Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr nicht mehr zulässig, die Prüfstelle entstempelt das Kennzeichen. Betroffen sind meist gravierende Bremsdefekte, durchgerostete tragende Teile oder ausgeschlagene Lenkungsbauteile. Das kommt selten vor, aber es kommt vor, und der Weg nach Hause führt dann über den Abschleppdienst.
Die häufigsten Gründe zum Durchfallen
An der Spitze stehen seit Jahren Beleuchtungsmängel. Defekte Lampen, falsch eingestellte Scheinwerfer, blinde oder beschlagene Streuscheiben. Das ist der Bereich, in dem Sie mit Abstand am meisten selbst tun können.
Direkt dahinter folgen Bremsen: ungleiche Bremswirkung, verschlissene Beläge, korrodierte Scheiben, undichte Leitungen. Danach kommen Achsaufhängung und Fahrwerk mit ausgeschlagenen Spurstangenköpfen, gerissenen Achsmanschetten und müden Stoßdämpfern.
Ölverlust und Undichtigkeiten sind der vierte große Block, ebenso wie Rost an tragenden Teilen bei älteren Fahrzeugen. Und ein Klassiker, der viele überrascht: Ein Warndreieck, ein Verbandkasten mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum oder eine fehlende Warnweste können den Termin ebenfalls stören.
Zwanzig Minuten auf dem eigenen Hof
Diese Vorprüfung braucht eine zweite Person und eine Wand oder Garagentor. Lassen Sie jemanden nacheinander alle Lichter schalten, während Sie ums Auto gehen: Standlicht, Abblendlicht, Fernlicht, Blinker vorn und hinten, Warnblinker, Bremslicht, drittes Bremslicht, Rückfahrscheinwerfer, Nebelschlussleuchte, Kennzeichenbeleuchtung. Letztere wird am häufigsten vergessen, weil sie im Alltag niemand sieht.
Danach die Reifen. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 Millimetern, gemessen im Hauptprofil. Aus Sicherheitsgründen empfehlen Fachleute bei Winterreifen deutlich mehr. Prüfen Sie außerdem die Flanken auf Risse und Beulen und den Luftdruck an allen vier Rädern.
Dann die Flüssigkeiten und der Rest: Ölstand, Kühlwasser, Scheibenwaschwasser, Funktion und Zustand der Wischerblätter, Zustand der Bremsflüssigkeit laut Serviceheft. Sehen Sie unter das Fahrzeug, ob dort Flecken auf dem Boden liegen, und in den Kofferraum, ob Warndreieck, Warnweste und ein Verbandkasten mit gültigem Haltbarkeitsdatum vorhanden sind.
Zum Schluss die Papiere: Zulassungsbescheinigung Teil I gehört mitgenommen, ebenso der Nachweis über die letzte Untersuchung. Bei Fahrzeugen mit Änderungen am Fahrwerk, an den Rädern oder an der Beleuchtung müssen die zugehörigen Gutachten oder Eintragungen vorliegen.
Was HU und AU kosten
Die Preise variieren je nach Prüforganisation, Bundesland und Fahrzeugklasse. Für einen Pkw liegt die Hauptuntersuchung einschließlich der Abgasuntersuchung in den meisten Regionen im Bereich von etwa 130 bis 160 Euro. Die Nachuntersuchung nach erheblichen Mängeln kostet zusätzlich, üblicherweise ein Drittel bis die Hälfte des ursprünglichen Betrags.
Bremsen, Achsaufhängung und Undichtigkeiten sind die Punkte, die von unten geprüft werden. Eine Werkstattdurchsicht vorher ist bei älteren Fahrzeugen meist günstiger als die Nachuntersuchung.
Sie können den Termin bei einer Prüforganisation direkt wahrnehmen oder in einer Werkstatt, die einen Prüfingenieur regelmäßig im Haus hat. Der zweite Weg hat den Vorteil, dass kleine Mängel unmittelbar behoben werden können, birgt aber die bekannte Interessenlage. Holen Sie bei größeren Reparaturempfehlungen einen zweiten Kostenvoranschlag ein.
Eine Werkstattdurchsicht vor dem Termin ist bei älteren Fahrzeugen sinnvoll und kostet meist unter hundert Euro. Bei einem Fahrzeug mit hoher Laufleistung ist das günstiger als eine Nachuntersuchung plus verlorener Zeit.
Die Plakette lesen können
Auf dem hinteren Kennzeichen sitzt die Prüfplakette, und sie ist von außen lesbar wie ein Zifferblatt. Die große Zahl in der Mitte nennt das Jahr, in dem die nächste Untersuchung fällig ist. Die Zahl, die oben auf zwölf Uhr steht, nennt den Monat.
Die Zahl in der Mitte nennt das Jahr, die Zahl auf zwölf Uhr den Monat. Fällig ist die Untersuchung zum Ende dieses Monats.
Die Farben wechseln in einem Sechsjahreszyklus, damit Kontrollen aus der Entfernung möglich sind. Für Sie im Alltag reicht die Kombination aus Zahl und Position: Steht die Zwölf oben, ist im Dezember des angegebenen Jahres Schluss.
Fällig ist die Untersuchung zum Ende des angegebenen Monats. Neuwagen kommen erstmals nach drei Jahren dran, danach im Zweijahresrhythmus.
Die Frist zu überziehen wird teurer, als man denkt
Bei einer Überschreitung von mehr als zwei Monaten fällt ein Verwarnungsgeld an, bei mehr als vier Monaten ein Bußgeld, und ab acht Monaten kommt ein Punkt im Fahreignungsregister dazu. Zusätzlich darf die Prüfstelle bei erheblicher Überziehung eine erweiterte Untersuchung mit höherer Gebühr durchführen.
Der teuerste Teil ist aber ein anderer. Bei einem Unfall mit einem Fahrzeug, dessen Hauptuntersuchung erheblich überfällig ist, kann die Kaskoversicherung die Leistung kürzen, wenn ein Zusammenhang zwischen dem technischen Zustand und dem Schaden besteht. Die Haftpflicht zahlt gegenüber dem Geschädigten, kann aber unter Umständen Rückgriff nehmen.
Für die Terminplanung heißt das: Setzen Sie sich eine Erinnerung auf den Monat vor dem Ablauf, nicht auf den Ablaufmonat selbst. Werkstätten und Prüfstellen sind zum Monatsende regelmäßig ausgebucht.
Ein Termin, der planbar ist
Die Hauptuntersuchung hat den Ruf einer Prüfung, bei der man ausgeliefert ist. Tatsächlich ist sie einer der wenigen Termine im Autoleben, deren Ergebnis man vorher weitgehend selbst bestimmt. Zwei Wochen Vorlauf, eine halbe Stunde mit einem zweiten Menschen und ein Blick in den Kofferraum reichen für die allermeisten Fahrzeuge. Danach hängt die neue Plakette hinten, und das Thema ist für zwei Jahre erledigt.
Fotos: Textnetz, Generiert mit KI





