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Autotür zugefroren und Schloss vereist, so geht sie auf

6 Minuten Lesezeit
Zugefrorene Autotür eines dunkelblauen Autos mit Raureif am Türgriff und Eis im Türspalt

Ist die Autotür zugefroren, klebt meist Raureif auf Griff und Dichtung. Drücken Sie dann zuerst gegen die Tür, statt am Griff zu ziehen.

Ist die Autotür zugefroren, hilft Kraft am wenigsten. Über Nacht ist Feuchtigkeit zwischen den Gummidichtungen gefroren, die Tür bewegt sich keinen Millimeter, und manchmal geht nicht einmal der Schlüssel ins Schloss. Reißen Sie in diesem Moment nicht am Griff. Mit ein paar ruhigen Handgriffen bekommen Sie die Tür in den meisten Fällen auf, ohne dass Dichtung oder Lack Schaden nehmen. Und mit etwas Vorbereitung vor dem ersten Frost friert die Tür seltener fest.

Ist die Autotür zugefroren, sitzt die Dichtung oder das Schloss fest

Bevor Sie etwas unternehmen, finden Sie heraus, was festsitzt: die Tür oder das Schloss. Der Schlüssel verrät es Ihnen. Passt er ins Schloss und lässt sich drehen, die Tür geht aber trotzdem nicht auf, dann sind die Gummidichtungen von Tür und Karosserie aneinander festgefroren. Geht der Schlüssel gar nicht erst hinein, hat sich Feuchtigkeit im Schloss gesammelt und ist gefroren (Quelle: ADAC).

Bei Autos mit Zentralverriegelung spielt ein vereistes Schloss meist keine Rolle, solange Sie per Funk entriegeln. Hören Sie dabei das typische Geräusch der Zentralverriegelung und die Tür geht trotzdem nicht auf, dann sind die Gummidichtungen aneinander festgefroren (Quelle: ADAC).

Genau deshalb ist rohe Kraft der falsche Weg. Ziehen Sie mit Gewalt an der Tür, kann das Gummi reißen und muss in der Werkstatt ersetzt werden. Auch die Tür selbst kann sich verformen, und der Türgriff kann Schaden nehmen. Ein paar Minuten Geduld sind deutlich günstiger.

Mit Druck statt Zug lösen Sie die Tür

Es klingt paradox, ist aber der erste Schritt: Drücken Sie die Tür zuerst nach innen, statt an ihr zu ziehen. Legen Sie die flache Hand auf die Tür, nahe am Rand, und drücken Sie rundherum mehrmals vorsichtig, aber bestimmt gegen das Blech. So kann sich das Eis aus den Zwischenräumen der Dichtungen lösen. Alternativ klopfen Sie sanft gegen das Türblech. Danach versuchen Sie es noch einmal vorsichtig am Griff.

  1. Ursache prüfen Entriegeln Sie per Fernbedienung oder mit dem Schlüssel. Hören Sie die Zentralverriegelung oder dreht der Schlüssel und die Tür bleibt trotzdem zu, liegt es an der Dichtung.
  2. Andrücken Drücken Sie mit der flachen Hand rundum gegen den Türrand, damit sich das Eis zwischen den Gummis löst.
  3. Klopfen Klopfen Sie sanft gegen das Türblech.
  4. Andere Tür probieren Geht die Beifahrertür auf, steigen Sie dort ein und drücken die Fahrertür von innen dosiert auf.
  5. Wärme nutzen Bleibt die Tür fest, hilft eine Wärmflasche oder warmes Wasser am Türrahmen, wie im nächsten Abschnitt beschrieben.

Der Trick mit der anderen Tür funktioniert, weil Sie von innen dosierter drücken können als von außen. Vielleicht lässt sich eine andere Tür leichter öffnen. Probieren Sie deshalb auch die hinteren Türen, bevor Sie zu warmem Wasser greifen.

Warmes Wasser hilft am Türrahmen, kochendes schadet

Lässt sich die Tür mit Drücken nicht lösen, kommt Wärme ins Spiel. Eine Möglichkeit ist eine Wärmflasche mit heißem Wasser, die Sie rundum am Türrahmen gegen das Blech drücken. Reicht das nicht, gießen Sie warmes Wasser aus der Leitung vorsichtig rund um den Türrahmen. Als Richtwert gelten etwa 50 Grad (Quelle: ADAC), also Wasser, das kräftig warm, aber nicht kochend ist.

Achtung

Nehmen Sie nie kochendes Wasser, es kann den Lack beschädigen. Gießen Sie außerdem nichts über die Scheiben: Der plötzliche Temperatursprung kann das Glas reißen oder platzen lassen.

Ist die Tür offen, sind Sie noch nicht ganz fertig. Trocknen Sie die Innenseite der Tür und die Dichtungen mit einem Tuch ab, damit sie nicht erneut festfriert. Und denken Sie an die Pfütze neben dem Auto. Sie wird schnell zur Eisfläche, deshalb streuen Sie etwas Sand oder Splitt darauf, damit niemand ausrutscht.

Einen Föhn können Sie im Haus lassen. In der Kälte kühlt die warme Luft so schnell ab, dass sie das Eis zwischen den Dichtungen kaum erreicht. Ein Heißluftföhn ist sogar gefährlich für das Auto, weil seine hohen Temperaturen Lack und Grundierung beschädigen können (Quelle: ADAC).

Ein eingefrorenes Türschloss taut mit Enteiser auf

Sitzt nicht die Tür fest, sondern das Schloss, hilft ein Türschlossenteiser. Sprühen Sie ihn nach der Anleitung auf der Dose in das Schloss. Bewahren Sie den Enteiser zu Hause oder in der Manteltasche auf und nicht im Auto (Quelle: ADAC). Im Handschuhfach nützt er wenig, solange das Auto verschlossen ist. Haben Sie keinen Enteiser zur Hand, funktionieren auch Desinfektionsmittel, die Alkohol enthalten.

Vom alten Trick, den Schlüssel mit einem Feuerzeug anzuwärmen, sollten Sie bei heutigen Autos die Finger lassen. Für die heute üblichen Schlüssel mit Transponder für die Wegfahrsperre oder mit Funkfernbedienung und Keyless-System empfiehlt sich die Methode nicht (Quelle: ADAC). Nur bei sehr alten Autos mit einfachem Metallschlüssel kommt das überhaupt in Frage, und auch dann mit viel Vorsicht.

Dreht der Schlüssel schwer, wenden Sie keine Gewalt an.

Eine gepflegte Dichtung friert seltener fest

Am einfachsten ist die zugefrorene Autotür, die gar nicht erst festfriert. Reinigen Sie die Gummidichtungen an den Türen vor dem ersten Frost und behandeln Sie sie anschließend mit einem Pflegemittel aus dem Autofachhandel. Die Pflegeschicht verhindert, dass sich die Gummis direkt berühren, und schützt sie davor, auszutrocknen oder spröde zu werden. Von Haushaltsmitteln wie Butter oder Melkfett ist dagegen abzuraten (Quelle: ADAC).

Intakte schwarze Gummidichtung am Rahmen einer geöffneten Autotür in der Garage, auf der Tür liegt ein graues Mikrofasertuch
Sauber und gepflegt kleben die Gummis bei Frost seltener aneinander. Am besten erledigen Sie das, bevor die erste kalte Nacht kommt.

Auch das Schloss lässt sich vorbereiten: Grafit schützt es, und auch regelmäßiges Einölen hilft (Quelle: ADAC). Stehen mehrere Frostnächte an, behandeln Sie die Dichtungen mit einem Pflegemittel für Türdichtungen (Quelle: ADAC). Das erspart Ihnen am Morgen das Rütteln am Griff. Mehr zur Pflege von Dichtungen und Wischern im Winter lesen Sie in unserem Beitrag zur Autopflege im Jahreslauf.

Ist die Autotür zugefroren, muss die Fahrertür trotzdem auf

Haben Sie es über die Beifahrerseite ins Auto geschafft, ist die Versuchung groß, gleich loszufahren. Lösen Sie vorher trotzdem die Fahrertür. Sie muss sich vor der Fahrt auch von außen öffnen lassen, damit Helfer nach einem Unfall schnell an Sie herankommen (Quelle: ADAC).

Planen Sie an frostigen Morgen ein paar Minuten mehr ein. Dann bleibt Zeit für die Tür und für freie Scheiben, und Sie starten ohne Hektik in den Tag. Und falls nach einer kalten Nacht auch die Batterie schwächelt, hilft unser Beitrag zur Starthilfe für die Autobatterie weiter.

Was hilft, wenn die Autotür zugefroren ist?

Drücken Sie die Tür zuerst rundum vorsichtig nach innen und klopfen Sie sanft auf das Blech. Hilft das nicht, probieren Sie eine andere Tür oder legen Sie eine Wärmflasche an den Türrahmen.

Darf ich warmes Wasser nehmen?

Ja, warmes Leitungswasser rund um den Türrahmen hilft. Nehmen Sie aber nie kochendes Wasser und gießen Sie nichts über die Scheiben. Trocknen Sie danach Tür und Dichtungen ab.

Wie verhindere ich, dass die Tür festfriert?

Reinigen Sie die Dichtungen vor dem ersten Frost und behandeln Sie sie mit einem Pflegemittel aus dem Autofachhandel. Auf Haushaltsmittel wie Butter oder Melkfett verzichten Sie dabei besser.

Fotos: Textnetz, Generiert mit KI

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